E322 · AI ≥97% · Non-GMO · Allergenfrei · B2B EU-27

Sonnenblumenlecithin
Pulver – EU-Großhandel

Entöltes Sonnenblumenlecithinpulver (AI ≥97%, E322) für Lebensmittel, Kosmetika und Pharma. Kein Sojaprotein. Lösungsmittelfreie Extraktion möglich. Vollständige EU-Dokumentation mit jeder Lieferung.

Entöltes Sonnenblumenlecithinpulver (E322, AI ≥97%) ersetzt Sojalecithin in allen gängigen Lebensmittelanwendungen. Bei 0,3–0,5 % in Schokolade reduziert es den Kakaobutteranteil um 3–4 %. In Backwaren bei 0,2–0,5 % auf Mehlgewicht verlängert es die Haltbarkeit um 2–4 Tage. Keine Allergendeklaration nach EU Reg. 1169/2011 erforderlich.

≥97%
AI (Phospholipide)
E322
EU-zugelassen
Non-GMO
Allergenfrei
HLB 7–10
Pulver (O/W)
Auf Lager · B2B EU-27 · EUR 33.28/kg
Sunflower Lecithin Powder E322 – FDCM B2B EU
Sunflower Lecithin Powder
E322 · AI ≥97% · Non-GMO · Allergen-Free
LebensmittelqualitätKosmetikqualitätPharmaqualitätHLB 7–10
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≥97%
AI –
Phospholipidgehalt
E322
EU-Zusatz
stoffcode
0,3–0,5%
Schokoladen
dosierung
7–10
HLB-Wert
(entölt)
Non-GMO
Allergen
frei
EU-27
Liefer
gebiet
4 h
B2B-Antwort
zeit
Technische Daten

Vollständige Spezifikation – Sonnenblumenlecithin E322

Spezifikation gemäß EU Reg. 231/2012. Analysezertifikat (CoA) mit allen Prüfwerten bei jeder Lieferung.

Wichtigste Spezifikationsdaten

Acetonunlösliche Stoffe (AI) ≥97 % – primärer Qualitätsindikator, bestätigt Phospholipidkonzentration gemäß EU Reg. 231/2012 für entöltes Lecithin. Säurezahl ≤36 mg KOH/g (AOCS Ca 5a-40) und Peroxidzahl ≤10 mEq/kg (AOCS Cd 8b-90) bestätigen Frische und Oxidationsstabilität. HLB-Wert 7–10 zeigt O/W-Emulsionspräferenz und Wasserdispergierbarkeit ohne Vorauflösen in Fett.

ParameterWertQuelle
Product nameSunflower Lecithin Powder – Deoiled (E322)
Botanical sourceHelianthus annuus – cold/hot-pressed sunflower seeds
E-numberKEYE322 – EU Reg. 1333/2008, Annex II & IIIReg. 1333/2008
Acetone insolubles (AI)KEY≥97 % – primary phospholipid content indicatorEU Reg. 231/2012; AOCS Ja 4-46
Total phospholipidsKEY≥60 % (PC, PE, PI, PA mixture)EFSA ANS 2017
Phosphatidylcholine (PC)14–20 % of total phospholipidsEFSA ANS 2017, ³¹P-NMR data
Phosphatidylethanolamine (PE)15–18 % of total phospholipidsEFSA ANS 2017
Phosphatidylinositol (PI)10–15 % of total phospholipidsEFSA ANS 2017
Acid value≤36 mg KOH/gEU Reg. 231/2012; AOCS Ca 5a-40
Peroxide value≤10 mEq/kg (freshness indicator)EU Reg. 231/2012; AOCS Cd 8b-90
Hexane insolubles≤0.3 %AOCS Ja 3-87
Loss on drying≤2.0 %AOCS Ja 2b-87
HLB valueKEY7–10 (deoiled powder, favours O/W emulsions)Griffin, 1954; Industriestandard
AppearanceLight yellow to tan free-flowing powder
SolubilityFat-soluble; water-dispersible (O/W)
Allergen statusKEYAllergen-free – no soy, no gluten, no eggEU Reg. 1169/2011 Annex II
Non-GMOKEYYes – IP certificate with PCR data on request
Heavy metals (Pb)≤2.0 mg/kg (ICP-MS)EU Reg. 231/2012
MicrobiologicalTPC ≤1000 CFU/g; Salmonella neg./25 g; E.coli neg./1 gISO 4833-1; ISO 6579
Shelf life12 months sealed, 15–25 °C, RH ≤60 %
Packaging25 kg carton; pallet 500 kg on request
Minimum orderAb 1 kg – kein Mindestvolumen
CAS number8002-43-5
INCI nameHelianthus Annuus Seed ExtractCosIng EU
RegulatoryKEYEU Reg. 1333/2008 (E322); EU Reg. 231/2012 (spec); EFSA 2017 (no ADI)Verified May 2025
Daten geprüft May 2025 – EU Reg. 231/2012, EFSA ANS Panel 2017 (doi:10.2903/j.efsa.2017.4742)

Phospholipidprofil (EFSA 2017)

Mittelwerte aus ³¹P-NMR-Spektroskopiedaten, eingereicht bei der EFSA durch die European Lecithin Manufacturers Association.

Phosphatidylcholin (PC)
14–20 % der Gesamtphospholipide
Phosphatidylethanolamin (PE)
15–18 % der Gesamtphospholipide
Phosphatidylinositol (PI)
10–15 % der Gesamtphospholipide
Phosphatidsäure (PA)
5–10 % der Gesamtphospholipide

Verfügbare CoA-Parameter

Jede Lieferung enthält ein Analysezertifikat (CoA) mit allen nach EU Reg. 231/2012 erforderlichen Parametern sowie erweiterten mikrobiologischen und Schwermetalldaten.

Standard-CoA
AI, Säurezahl, Peroxidzahl, Feuchtigkeitsverlust, Hexanunlösliche, Pb/Cd/As/Hg (ICP-MS), GKZ, Salmonella, E.coli
Auf Anfrage
Non-GMO IP-Zertifikat (PCR), Halal/Kosher, ³¹P-NMR-Phospholipidprofil, Restlösungsmittel, INCI-Konformität
Anwendungen

Anwendungen, Dosierungsbereiche und Formulierungshinweise

Praktische Formulierungsdaten für sechs Hauptanwendungsbereiche. Alle Dosierungen beziehen sich auf entöltes Sonnenblumenlecithinpulver AI ≥97 %.

AI%-Vergleich: Entölt vs. Flüssig-Lecithin

Höherer AI = mehr Phospholipide pro kg = mehr Emulgator pro Gewichtseinheit

Anwendungsverteilung (EU-Lebensmittelmarkt)

Geschätzter %-Anteil der EU-Lebensmittellecithinverwendung nach Anwendungskategorie

Sonnenblumenlecithin bei 0,3–0,5 % der Gesamtrezeptur reduziert die Casson-Viskosität der Schokoladenmasse um 40–60 % und die Fließgrenze um bis zu 75 %, wodurch der Kakaobutteranteil um 3–4 % gesenkt werden kann. Das senkt die Rohstoffkosten bei gleichbleibender Verarbeitbarkeit.
Lecithin ist der Standardemulgator in der Schokoladenherstellung. Es senkt die Viskosität (Casson-Viskosität) und die Fließgrenze der Schokoladenmasse – also die Mindestschubspannung, die zum Fließen erforderlich ist. Bei 0,3–0,5 % der Rezeptur ersetzt Sonnenblumenlecithin 3–4 % Kakaobutter, die typischerweise 5–8× teurer pro kg ist. Korrekte Verarbeitung: Zugabe zur temperierten Schokoladenmasse bei 40–45 °C, nach allen anderen Zutaten. Vollständig einarbeiten vor dem Temperiervorgang. Nicht über 0,5 % dosieren – darüber steigt die Fließgrenze wieder an (inverser Casson-Effekt). Sonnenblume vs. Sojalecithin in Schokolade: Beide erzielen die gleiche Viskositätsreduktion bei äquivalenter Dosierung (ggf. 5–10 % Mehraufwand wegen des etwas niedrigeren PC-Gehalts von 14–20 % vs. ~21 % bei Soja). Entscheidender Vorteil: kein Sojaprotein, daher 'sojafrei'-Kennzeichnung möglich. Fertige Schokolade ist etwas heller. EU-Regulierung: E322 quantum satis in Schokolade und Kakaoerzeugnissen (Reg. 1333/2008, Anhang II).
Dark chocolateMilk chocolateWhite chocolateChocolate coatingsCocoa beverages
🍫
Typische Dosierung
0.3–0.5 % of recipe weight
EU-Regulierung
E322 – quantum satis, Reg. 1333/2008
Sonnenblumenlecithin bei 0,2–0,5 % auf Mehlgewicht wirkt als Teigkonditionierer: verbessert Wasseraufnahme, stärkt das Glutennetzwerk (+5–10 % Laibvolumen in Hefeteigen) und verlängert die Haltbarkeit um 2–4 Tage durch Hemmung der Stärkeretrogradation.
Lecithin erfüllt in Backwaren drei gleichzeitige Funktionen – alle basieren auf der Wechselwirkung zwischen Phospholipiden, Stärke und Gluten. Teigkonditionierung: Phospholipide umhüllen Glutenstränge, machen den Teig dehnbarer und maschinengängiger. Wasseraufnahme verbessert sich um 1–3 % für gleichmäßigere Produktion. Volumenverbesserung: In Hefeteigen stärkt Lecithin Gasblasenwände. Publizierte Daten zeigen 5–10 % Volumenzunahme bei Sandwichbrot (0,3 % auf Mehlgewicht). Haltbarkeitsverlängerung: Phospholipide bilden Einschlusskomplexe mit Amylose und verlangsamen die Stärkeretrogradation (Altbackenwerden) typischerweise um 2–4 Tage. Verarbeitung: Entöltes Lecithinpulver (AI ≥97 %) lässt sich direkt in Mehlvormischungen einarbeiten – kein Vorauflösen in Fett oder Wasser erforderlich. Trennmittel: Lecithin-Beschichtung auf Backformen reduziert Anhaften ohne hydrierte Fette.
Bread & rollsFine pastryCookies & biscuitsFrozen dough systemsWafers
🍞
Typische Dosierung
0.2–0.5 % on flour weight
EU-Regulierung
E322 – quantum satis in bakery, Reg. 1333/2008
Entöltes Sonnenblumenlecithinpulver bei 0,5–2,0 % der Trockenmasse verbessert die Instantisierung von Getränkepulvern: Es verkürzt die Benetzungszeit hydrophober Partikel (Kakao, Protein, Fett) von 20–60 Sekunden auf unter 10 Sekunden und verhindert Klumpenbildung.
Instantisierung bezeichnet den Prozess, bei dem ein Pulver ohne Klumpenbildung rasch in Wasser dispergiert. Lecithin erreicht dies durch Beschichtung hydrophober Partikeloberflächen, wodurch die Oberflächenspannung sinkt und Wasser eindringen kann. Mechanismus: Die Phospholipid-Kopfgruppen orientieren sich zum Wasser, während die Fettsäureketten mit hydrophoben Partikeloberflächen interagieren (Kakaobutterpartikel, Proteingranulate). Es entsteht eine amphiphile Brücke. Dosierung nach Produkttyp: – Instantkakao / Trinkschokolade: 0,5–1,0 % der Trockenmasse – Molkenproteinkonzentrat (WPC 80): 0,5–1,5 % für verbesserte Benetzbarkeit – Pflanzliche Milchpulver (Hafer, Mandel): 0,5–1,0 % – Kaffee-Weißer: 1,0–2,0 % für stabile O/W-Emulsion beim Auflösen Kritische Verarbeitungsregel: Lecithinpulver immer in den Trockenblend einarbeiten – vor jeder Granulierung oder Sprühbeschichtung. Zugabe nach der Sprühtrocknung oder in der wässrigen Phase reduziert die Wirksamkeit erheblich. Warum entöltes Pulver (AI ≥97 %) besser ist: Gleichmäßige Verteilung im Trockenblend. Flüssig-Lecithin lässt sich bei 0,5–2 % in der Pulververarbeitung nur schwer dosieren.
Protein shakes (WPC/WPI)Instant cocoaPlant milk powderCoffee whitenerSports drink mixes
🥤
Typische Dosierung
0.5–2.0 % of dry blend
EU-Regulierung
E322 – quantum satis in beverage powders, Reg. 1333/2008
Sonnenblumenlecithin (INCI: Helianthus Annuus Seed Extract) wird bei 0,5–5 % in kosmetischen Emulsionen als natürlicher Emulgator, Hautkonditionierer und Liposomenbildner eingesetzt. Die EU-Kosmetik-VO 1223/2009 legt keine Konzentrationsbeschränkung in Anhang III/IV fest.
Phosphatidylcholin (PC), mit 14–20 % des Gesamtlecithins der funktionell aktive Bestandteil in Kosmetika, lagert sich durch seine amphiphile Struktur zu Liposomen zusammen – sphärischen Vesikeln, die Wirkstoffe einkapseln und transdermal freisetzen. Kosmetische Hauptfunktionen: – Emulgator: Stabilisiert O/W- und W/O-Emulsionen ohne synthetische Co-Emulgatoren – Hautkonditionierer: Stellt die Lipidbarrierefunktion wieder her; verbessert Hautfeuchtigkeit – Liposomenbildner: Ermöglicht Einkapselung von Vitaminen, Peptiden, Wirkstoffen – Dispergiermittel: Verbessert Textur und Spreitung von Cremes und Lotionen Typische Dosierungen: – Feuchtigkeitscreme / Gesichtscreme: 2–5 % – Haarshampoo / Conditioner: 0,5–1 % – Körperlotion: 1–3 % – Lippenbalsam / Lippenpflege: 1–2 % – Sonnenschutz (LSF-Formulierungen): 0,5–2 % Sonnenblume vs. Sojalecithin in Kosmetika: Kein Sojaprotein in der Formulierung, geringeres Sensibilisierungsrisiko bei Sojaallergikern. Hellere Farbe vereinfacht die Herstellung heller Produkte. Regulierung: EU-Kosmetik-VO 1223/2009 – Helianthus Annuus Seed Extract in der CosIng-Datenbank gelistet; keine Einschränkung in Anhang I–VI.
Face creams & moisturisersHair shampoosBody lotionsLip careSun careBaby care
🧴
Typische Dosierung
0.5–5.0 % of formulation
EU-Regulierung
EU Cosmetics Reg. 1223/2009; INCI: Helianthus Annuus Seed Extract
Phosphatidylcholin (PC) aus Sonnenblumenlecithin wird bei 1,2–4,8 g/Tag in Nahrungsergänzungsmitteln als Cholinquelle eingesetzt (EFSA-Bedarfswert für Erwachsene: 400 mg/Tag). Pharmazeutisch bildet es Liposomen-Verabreichungssysteme für eine verbesserte Bioverfügbarkeit hydrophober Wirkstoffe.
EFSA hat den angemessenen Zufuhrwert (AI) für Cholin auf 400 mg/Tag für Erwachsene festgesetzt (EFSA NDA Panel, 2016). Ein Gramm Sonnenblumenlecithinpulver enthält ca. 140–200 mg Cholin (aus dem PC-Anteil) – ein effizienter Supplementzusatz. Pharmazeutische Hilfsstoffanwendungen: – Liposomale Arzneimittelabgabe: PC-Gehalte ≥90 % werden in parenteralen und oralen Liposomformulierungen eingesetzt – Weichgelatinekapseln: Schmierstoff und Trennmittel – Tablettenüberzug: Verbessert Filmhaftung – Orale Suspension: Stabilisierungsmittel Für Standard-Nahrungsergänzungsmittel: Lebensmittelqualität (AI ≥97 %) ist ausreichend. Typische Darreichungsformen: Weichgelkapseln (1200 mg/Kapsel), Pulversachets, Tabletten. Glykämische Sicherheit: Lecithin hat keinen glykämischen Effekt (GI = 0) – sicher für Diabetiker. EFSA-Sicherheitsbefund (2017): Kein numerisches ADI für E322. Keine Sicherheitsbedenken bei berichteten Gebrauchsmengen für die Allgemeinbevölkerung ab 1 Jahr. Dokumentation für Pharmaanwendungen: CoA mit USP/EP-Methodenreferenzen auf Anfrage bei FDCM.
PC softgel capsulesLiposomal supplementsFunctional foodsCholine supplementsPet nutrition
💊
Typische Dosierung
1.2–4.8 g/day (supplement)
EU-Regulierung
EU Directive 2002/46/EC; EFSA NDA 2016 (choline AI)
In pflanzlichen Milchalternativen (Hafer, Mandel, Soja) stabilisiert Sonnenblumenlecithin bei 0,2–0,5 % die Öl-in-Wasser-Emulsion und verhindert Aufrahmung während der Haltbarkeit. Es widersteht der UHT-Verarbeitung bei 135–140 °C ohne Abbau.
Pflanzliche Milchalternativen sind grundsätzlich instabile Emulsionen: Öltröpfchen trennen sich natürlich (aufrahmen), wenn sie nicht stabilisiert werden. Lecithin senkt die Grenzflächenspannung zwischen Öltröpfchen und wässriger Phase und bildet einen Schutzfilm, der Koaleszenz verhindert. Dosierung nach Produkttyp: – Hafermilch (pH 6,5–7,0, höchstes Instabilitätsrisiko): 0,3–0,5 %, bevorzugt kombiniert mit Sonnenblumenöl zur Vergrößerung der Fettphase – Mandelmilch: 0,2–0,4 % – Kokosnusscreme-Drink: 0,3–0,5 % – Barista-Hafermilch: 0,4–0,6 % (erfordert Schaumstabilität) UHT-Stabilität: Phospholipide sind thermisch stabil bis 135–140 °C. Kein Abbau bei Standard-UHT (4–6 Sek. bei 135 °C) oder Heißabfüllprozessen. Warum Sonnenblume statt Soja in pflanzlichen Produkten: Sojabasierte Pflanzenmilch mit Sojalecithin trägt Sojaprotein aus einer zweiten Quelle ein. Sonnenblumenlecithin eliminiert diese Redundanz und ermöglicht 'sojafrei'-Claims bei Soja-Alternativprodukten oder Hafer-/Mandelmilch. Verarbeitungshinweis: Lecithin zur Flüssigphase vor der Homogenisierung geben. Hochdruckhomogenisierung (150–200 bar) reduziert Tröpfchengröße auf 0,2–1,0 μm für stabile Langzeitprodukte.
Oat milkAlmond milkBarista plant milkCoconut cream drinksVegan coffee whitener
🌱
Typische Dosierung
0.2–0.5 % in final product
EU-Regulierung
E322 – quantum satis in dairy analogues, Reg. 1333/2008
Vergleich

Sonnenblumenlecithin vs. Sojalecithin – Schlüsselparameter

Objektiver Vergleich auf Basis von EU Reg. 231/2012, EFSA ANS Panel 2017 und Handelspraxis.

Wann Sonnenblumenlecithin statt Sojalecithin wählen

Sonnenblumenlecithin wählen, wenn: (1) das Endprodukt eine sojafrei-Kennzeichnung benötigt; (2) das Produkt als allergenfrei oder clean-label positioniert ist; (3) eine hellere Farbe oder neutralerer Geruch im Endprodukt gefordert ist; (4) Non-GMO-Positionierung ohne zusätzlichen IP-Zertifizierungsaufwand gewünscht ist. Sojalecithin kann bevorzugt werden, wenn Kosten das Hauptkriterium sind und keine dieser Kennzeichnungen benötigt wird.

ParameterSonnenblumenlecithinSojalecithin
Allergen status (EU Reg. 1169/2011)Entscheidend für Clean-Label-PositionierungAllergen-free – no soy protein, no mandatory label highlight✓ VorteilSojaprotein-Spuren möglich; Fettdruck-Deklaration erforderlich
Non-GMO (commercial cultivation)Sunflower requires no GMO testing for non-GMO claimInherently non-GMO – Helianthus annuus not GM-cultivated✓ Vorteil~90 % of global soy crop is GMO; IP certificate needed
Extraction methodHexane-free enables 'natural' marketing claimMechanical press + water degumming; solvent-free possible✓ VorteilPredominantly hexane-solvent extraction
Phosphatidylcholine (PC) contentSoja hat höheren PC-Gehalt; nur für pharmazeutische Liposomen relevant14–20 % of total phospholipids (EFSA 2017)~21 % of total phospholipids (EFSA 2017)✓ Vorteil
AI value (deoiled powder)Beide erfüllen EU Reg. 231/2012 gleichwertig≥97 % – equivalent emulsifying power≥97 % – equivalent emulsifying power≈ Vergleichbar
Colour (deoiled powder)Relevant bei weißen oder hellen FormulierungenLight yellow to tan – minimal colour impact on product✓ VorteilDunkelbraun – kann Endprodukts Farbe beeinflussen
OdourRelevant bei geschmacksneutralen Produkten (Proteinshakes, weiße Schokolade)Neutral to mildly nutty✓ VorteilStronger beany/oily note
Market price (bulk, EU)Preisunterschied typisch ≤15 % bei äquivalenter AI-DosierungHöher (EUR 33–38/kg) – geringeres globales AngebotNiedriger (EUR 28–32/kg) – größeres globales Angebot✓ Vorteil
Clean-label claimsSonnenblume ermöglicht gleichzeitig mehr KennzeichnungsaussagenSoy-free, Non-GMO, Natural, Allergen-free, Vegan✓ VorteilGMO-free (if IP-certified), Vegan
INCI name (cosmetics)Unterschiedliche INCI; kein Leistungsunterschied in KosmetikaHelianthus Annuus Seed ExtractGlycine Soja (Soybean) Seed Extract≈ Vergleichbar

Phospholipidprofil: Sonnenblume vs. Soja

Mittelwerte, EFSA ANS Panel 2017 (³¹P-NMR). PC = Phosphatidylcholin; PE = Phosphatidylethanolamin; PI = Phosphatidylinositol; PA = Phosphatidsäure.

EU-Regulierung

E322 – Regulatorischer Rahmen

Alle Angaben geprüft Mai 2025 gegen aktuelle konsolidierte EU-Rechtstexte.

Reg. (EG) 1333/2008

Zulassung und Verwendung

E322 (Lecithine) in EU-Lebensmitteln zugelassen. Anhang II listet Kategorien, Anhang III die Verwendung als Verarbeitungshilfsstoff. In den meisten Kategorien: quantum satis (kein numerischer Höchstwert).

Quantum satis
EU Reg. 231/2012

Reinheitsspezifikation

Entöltes Pulver: AI ≥97 %, Säurezahl ≤36 mg KOH/g, Peroxidzahl ≤10 mEq/kg, Hexanunlösliche ≤0,3 %, Feuchtigkeitsverlust ≤2,0 %.

AI ≥97 %
EFSA ANS Panel 2017

Sicherheitsbewertung

Vollständige Neubewertung von E322. Ergebnis: kein ADI erforderlich. Keine Sicherheitsbedenken für die Allgemeinbevölkerung ab 1 Jahr. Quelle: doi:10.2903/j.efsa.2017.4742.

Kein ADI
EU Reg. 1169/2011

Allergenkennzeichnung

Sonnenblumenlecithin: keine Allergenhervorhebung erforderlich (kein Sojaprotein). Sojalecithin: Soja muss fettgedruckt erscheinen. Claim "sojafrei" defensibel bei Dokumentation.

Allergenfrei
EU-Kosmetik-VO 1223/2009

Kosmetische Verwendung

INCI: Helianthus Annuus Seed Extract. In CosIng-Datenbank gelistet. Keine Konzentrationseinschränkung in Anhang I–VI.

Kein Limit
EU-Öko-Reg. 2018/848

Bio-Status

Lecithin ist nicht automatisch als Bio-Zutat zugelassen. Der Extraktionshilfsstoff muss Öko-Anforderungen erfüllen.

Je Charge prüfen
Alle Angaben geprüft Mai 2025 gegen aktuelle konsolidierte EU-Rechtstexte.
FAQ

Sonnenblumenlecithin – 20 technische und kommerzielle Fragen

20 Fragen geprüft gegen EU Reg. 231/2012, EFSA ANS Panel 2017 und AOCS-Analysemethoden. Letzte Prüfung: May 2025.

Sonnenblumenlecithin ist ein natürliches Phospholipidgemisch aus Sonnenblumensamen (Helianthus annuus), zugelassen als Emulgator E322 in Lebensmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln. Die Hauptfunktion: Reduktion der Grenzflächenspannung zwischen Öl und Wasser. Entöltes Pulver (AI ≥97 %) wird eingesetzt bei 0,3–0,5 % in Schokolade, 0,2–0,5 % in Backwaren und 0,5–2 % in Getränkepulvern.

E322 (Lecithine), zugelassen nach Reg. (EG) 1333/2008, Anhang II und III. Spezifikation: EU Reg. 231/2012 – AI ≥97 % (entölt), Säurezahl ≤36 mg KOH/g, Peroxidzahl ≤10 mEq/kg. EFSA ANS Panel 2017: kein numerisches ADI – keine Sicherheitsbedenken für die Allgemeinbevölkerung ab 1 Jahr. In den meisten Kategorien gilt quantum satis.

Der AI-Wert misst den Phospholipidanteil – den aktiv emulgierenden Anteil. EU Reg. 231/2012 fordert AI ≥97 % für entöltes Pulver. Standard-Flüssig-Lecithin hat AI 62–64 %. Höherer AI = mehr Wirksubstanz pro kg; entöltes Pulver kann ca. 30 % niedriger dosiert werden als Flüssig-Lecithin für gleiche Emulgierwirkung.

HLB 7–10 (vs. 2–4 bei Flüssig-Lecithin). HLB 7–10 begünstigt Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W) und gute Wasserdispergierbarkeit. Geeignet für wässrige Systeme (Getränkepulver, Suppen, pflanzliche Milch) ohne Vorauflösen in Fett. Für W/O-Emulsionen (Margarine) ist Flüssig-Lecithin (HLB 2–4) besser geeignet.

Laut EFSA ANS Panel 2017 (³¹P-NMR): PC 14–20 %, PE 15–18 %, PI 10–15 %, PA 5–10 %. Zum Vergleich: Sojalecithin hat PC ~21 %, PE ~22 %, PI ~19 %. Der etwas niedrigere PC-Gehalt ist in den meisten Lebensmittelanwendungen ohne Belang.

Der Hauptunterschied: Allergen-Profil. Sonnenblumenlecithin ist vollständig allergenfrei (keine Soja-Kennzeichnungspflicht nach Reg. 1169/2011). Sojalecithin erfordert Allergen-Hervorhebung (Fettdruck). Sonnenblume erlaubt lösungsmittelfreie Extraktion und ist inhärent non-GMO. Sojalecithin hat höheren PC-Gehalt (~21 %) und geringeren Preis. Für 'sojafrei'- oder 'non-GMO'-Positionierung ist Sonnenblumenlecithin die richtige Wahl.

In den meisten Anwendungen ja. Wegen des etwas niedrigeren PC-Gehalts kann in PC-sensitiven Anwendungen eine ca. 5–15 % höhere Dosierung nötig sein. In Schokolade und Backwaren funktioniert die direkte 1:1-Substitution problemlos. In pharmazeutischen Liposomen-Formulierungen muss der PC-Gehalt spezifiziert und nachgewiesen werden.

0,3–0,5 % der Gesamtrezeptur, zugegeben bei 40–45 °C vor dem Temperieren. Über 0,5 %: Fließgrenze steigt wieder an (inverser Casson-Effekt) – nicht überdosieren. Ersetzt 3–4 % Kakaobutter. Kein Sojaprotein – ideal für 'sojafrei'-Kennzeichnung.

0,2–0,5 % auf Mehlgewicht. Bei 0,3 % in Toastbrot: +5–10 % Volumen, 2–4 Tage längere Weichheit. Entöltes Pulver direkt in Mehlvormischungen einarbeitbar – kein Vorauflösen nötig.

0,5–2,0 % der Trockenmasse. Immer in den Trockenblend einarbeiten – nicht in die wässrige Phase. Reduziert Benetzungszeit hydrophober Partikel (Kakao, WPC) von 20–60 Sek. auf unter 10 Sek.

Ja: vegan, allergenfrei (kein EU-Hauptallergen nach Reg. 1169/2011 Anhang II), sojafrei, glutenfrei, non-GMO. Lösungsmittelfreie Extraktion möglich ('natürlich'-Positionierung). Hinweis: Nicht automatisch als EU-Bio-Zutat (Reg. 2018/848) zulässig.

12 Monate bei 15–25 °C und RH ≤60 %, original verschlossen. Bei 5–10 °C Kühllagerung: 18–24 Monate. Sofort nach Öffnen verschließen. Verderbanzeichen: Verklumpung, Dunklerwerden, Ranzigkeit.

Standard: CoA mit AI, Säurezahl, Peroxidzahl, Feuchtigkeitsverlust, Hexanunlösliche, Schwermetalle (ICP-MS), Mikrobiologie. Dazu: SDS auf Deutsch, Allergenerklärung (allergenfrei), GVO-Status (non-GMO), Herkunftserklärung. Auf Anfrage: Non-GMO IP-Zertifikat, Halal/Kosher, ³¹P-NMR-Profil, INCI-Erklärung.

Ab 1 kg ohne Mindestbestellwert. Preisstufen: 1–4 kg (Labor), 5–24 kg (mittleres B2B), 25 kg Standardkarton, Palette 500 kg (Mengenrabatt). Antwort auf B2B-Anfragen innerhalb von 4 Werktage-Stunden. Lieferung EU-27 per DSV, 1–7 Werktage.

Non-GMO: Ja – Helianthus annuus wird kommerziell nicht als GVO angebaut. IP-Zertifikat mit PCR-Daten bei FDCM auf Anfrage. Lösungsmittelfrei: chargenabhängig – mechanisches Pressen und Wasserdegumming ermöglichen hexanfreie Verarbeitung. Restlösungsmittelanalyse im CoA abrufbar.

'Emulgator (Lecithine)' oder 'Emulgator (E322)'. Keine Allergen-Hervorhebung (Fettschrift) erforderlich – anders als Sojalecithin. 'Sojafrei'-Claim vollständig defensibel. Für Kosmetika: INCI 'Helianthus Annuus Seed Extract'.

AOCS Ja 4-46 (AI), Ca 5a-40 (Säurezahl), Cd 8b-90 (Peroxidzahl), Ja 2b-87 (Feuchtigkeitsverlust), Ja 3-87 (Hexanunlösliche); ³¹P-NMR (Phospholipidprofil); ICP-MS (Schwermetalle nach EU Reg. 231/2012); ISO 4833-1 (GKZ), ISO 6579 (Salmonella).

0,2–0,5 % im Endprodukt. Stabilisiert O/W-Emulsion durch Reduktion der Grenzflächenspannung, verhindert Aufrahmung während der Haltbarkeit. Thermostabil bis 135–140 °C (UHT-geeignet). Sonnenblumenlecithin vermeidet Soja-Kreuzeinträge – wichtig für konsistente Allergendeklaration.

INCI: Helianthus Annuus Seed Extract. Keine Konzentrationseinschränkung nach EU-Kosmetik-VO 1223/2009. Dosierungen: Feuchtigkeitscreme 2–5 %, Haarshampoo 0,5–1 %, Körperlotion 1–3 %, Lippenpflege 1–2 %. Phosphatidylcholin bildet Liposomen für transdermale Wirkstofflieferung.

Schwach antioxidativ: Tocopherole (Vitamin E) im Rohextrakt hemmen Fettsäureoxidation. Entöltes Pulver verliert dabei die meisten Tocopherole (Acetonextraktion). Haltbarkeitsverlängerung in Backwaren: hauptsächlich durch Stärkeretrogradationshemmung, nicht durch Antioxidation. Für oxidationsempfindliche Rezepturen: Tocopherole oder Ascorbylpalmitat zusätzlich einsetzen.

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